Der politische Affenzirkus und die drohende Schocktherapie
Die politische Klasse in diesem Land hat sich längst komplett in ihrer eigenen Blase barrikadiert. Sie kreist narzisstisch um sich selbst und veranstaltet ein absurdes Affentheater, das mit der Lebensrealität der hart arbeitenden Bürger schlichtweg gar nichts mehr zu tun hat.
Das Geschäftsmodell dieser Politik ist so dreist wie durchschaubar: Deutschland spielt im Alleingang den moralischen Weltretter. Jedem wird bedingungslos ein „sicherer Hafen“ garantiert. Doch während man Neuankömmlingen den roten Teppich ausrollt, stellt man deren religiöse Befindlichkeiten unverhohlen über die der angestammten Bevölkerung. An Kitas und Schulen zeigt sich diese absurde Kapitulation im Alltag: Da wird das Schweinefleisch vom Speiseplan verbannt und das Kruzifix von der Wand gerissen – aus falsch verstandenem „Respekt“ und vorauseilender Unterwerfung. Das ist keine Weltoffenheit, das ist die gezielte Demontage der eigenen Kultur. Das treibt die Menschen völlig zu Recht auf die Palme.
Für dieses Erziehungsprogramm verpulvert der Staat Unsummen. Milliarden, die von den Bürgern jeden Tag unter Mühen erarbeitet werden, fließen in Dinge, die im Land kaum noch jemand für sinnvoll hält. Dieser Kurs ist der perfekte Nährboden für Populisten – egal ob AfD, BSW oder die Linke. In Sachsen-Anhalt ist eine absolute Mehrheit der AfD keineswegs mehr reine Fiktion, sondern eine reale, unmittelbar drohende Gefahr.
Doch was passiert, wenn die AfD tatsächlich an die Macht kommt? Ich persönlich glaube nicht eine Sekunde an ihren Erfolg. Denn neben lauten Parolen wie „Remigration“ muss ein Land auch konkret geführt werden. Was hat diese Partei in der Wirtschafts-, Bildungs- oder Gesundheitspolitik vorzuweisen? Nichts. An den harten Realitäten des Regierens wird die AfD krachend scheitern und vollkommen entzaubert werden – doch dieser kollektive Lernprozess wird unser Land wirtschaftlich und gesellschaftlich um Jahre zurückwerfen.
Wenn diese Blase platzt, werden diejenigen in den bisherigen Regierungsparteien, die jetzt noch schweigend die Füße stillhalten, schlagartig laut aufschreien. Das Ergebnis wäre eine tiefe, beispiellose Regierungskrise. Ausgerechnet auf dem absoluten Höhepunkt der AfD-Welle würde das Land in Neuwahlen getrieben – ein denkbar schlechterer Zeitpunkt lässt sich kaum vorstellen. Eine wirklich grausige Aussicht.
Und wer trägt die Schuld an dieser Misere? Wie ich eingangs schrieb: Es sind die Parteien selbst, die viel zu lange Moralapostel gespielt und die alltäglichen Sorgen der Menschen jahrelang sträflich missachtet haben. Sie haben jeden einzelnen Warnschuss überhört und sich stattdessen gemütlich in ihrer Blase eingerichtet.
Was für eine unfassbare Hochmut! Zum Teil ignorante und bornierte Opportunisten, die es sich in den vorderen Reihen bequem gemacht haben, bilden sich ernsthaft ein, das Recht zu besitzen, die Zukunft dieses Landes zu lenken – ohne die geringste Rücksicht auf diejenigen zu nehmen, die den Karren überhaupt noch am Laufen halten! Wie kann man so tief in Arroganz versinken, dass man die eigene Bevölkerung samt ihrer Kultur schlichtweg verrät?
Ja, Verrat ist ein hartes Wort. Aber wie soll man es anders nennen, wenn eine Regierung nach der anderen die eigenen Werte mit Füßen tritt?
Eine funktionierende Gesellschaft ist nichts anderes als die Projektion ihrer kleinsten Einheit: der Familie. Genau so muss ein Land geführt werden! An erster Stelle steht die eigene Familie, und diese gilt es bedingungslos zu schützen. Natürlich helfen wir als Familie anderen Menschen in Not und nehmen sie, sofern möglich, temporär auf – das gebietet die christliche Nächstenliebe. Aber das bedeutet doch nicht, dass wir unser eigenes Haus abreißen, uns als Familie aufgeben und uns den Bräuchen, Religionen und Marotten der Gäste unterwerfen! Nein, meine Lieben: Wir nehmen maximal genau so viele Gäste auf, wie wir verkraften und bezahlen können. Und wir verlangen von ihnen Anstand und Respekt vor unseren Regeln. Wer sich nicht daran hält – oder wer keinen Schutzgrund mehr hat –, muss gehen. Wo ist eigentlich das Problem, diese Selbstverständlichkeit auszusprechen?
Stattdessen diffamiert man lieber jeden pauschal als „Rechtsextremisten“, der aus Verzweiflung die AfD wählt oder wählen will. Warum fragt sich in den Berliner Schaltzentralen eigentlich niemand, was man selbst verbrochen hat, wenn die Wählerschaft scharenweise abwandert? Glaubt dort wirklich jemand im Ernst, dass über 40 Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt über Nacht zu eingefleischten Rechtsextremisten mutiert sind? Dieser politische Überhebungswahn ist kaum noch zu überbieten.
Ich sage es ganz deutlich: Ich habe meine politische Heimat verloren. Ich fühle mich von dieser Politik im Stich gelassen – und ja, verraten.
Ich selbst wähle die AfD nicht. Die Gründe dafür sind für mich persönlich klar: Ich will ein vereintes Europa. Ich will eine gemeinsame Währung. Ich will keine Spaltung unserer Gesellschaft und ich kann mit völkischen Tendenzen absolut gar nichts anfangen. Zudem sehe ich in dieser Partei weit und breit niemanden mit echten Konzepten oder ökonomischem Sachverstand, der dieses Land wirtschaftlich, bildungspolitisch oder im Gesundheitssystem wieder nach vorne bringen könnte.
Ich verstehe die Motivation vieler Menschen, dem erstarrten Parteiensystem endlich die rote Karte zu zeigen und über die AfD Dampf abzulassen. Aber Verstehen heißt noch lange nicht Teilen.
Am Ende stehe ich – wie Millionen andere – vor der Frage, was ich heute überhaupt noch wählen soll. Ich habe keine Antwort. Mir bleibt aktuell nur das Glück der späten Geburt des Wahlkalenders, weil in meinem Bundesland vorerst keine Wahlen anstehen.
Es bleibt nur die vage Hoffnung, dass das System nicht völlig auseinanderbricht, bevor der Schaden irreparabel wird. Und die Hoffnung, dass die Politik diesen gigantischen Knall endlich hört. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.